Freitag, 14. Mai 2021

 

Märchen 107 der Feind

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Der Feind

 

Im Halbdunkel sah er, wie jemand langsam schleichend hereinkam. Er selbst saß zusätzlich in einer dunklen Ecke, hatte sein Gewehr auf den Eingang gerichtet und wartete. Der Eintretende ließ seine Augen beobachtend durch den Raum des halbverfallenen Gebäudes gleiten, dann ging er im Zimmer weiter, wollte anscheinend jeden Winkel durchstöbern.

„Hände hoch!“ – sagte der Versteckte fast flüsternd. „Leg die Waffe sanft auf den Boden, ohne dich umzudrehen!“ – befahl er weiter. „Sehr schön! Jetzt, Hände hinter den Kopf und in die andere Ecke! Dort, wo das Licht ist.“ Der andere tat, wie ihm aufgetragen wurde. „Du wirst uns nicht entkommen. Überall sucht man dich.“ „Sprich leiser, sonst erschieß ich dich!“ Er hielt eine Pause. „Wenn man mich hier findet, nehme ich dich mit in den Tod.“ Er ging zu der Waffe und hob sie auf.

Die Schritte um das Haus entfernten sich. „Hier ist er nicht. Da hinüber zur nächsten Ruine.“ Sowohl der Eingetretene, als auch der Versteckte begannen tiefer zu atmen, der eine weil er es wieder durfte, der andere, weil er es wieder konnte. „Für wen oder Wofür riskierst du, dass man auf dich Jagd macht. Du könntest ein ruhiges Leben haben, eine Arbeit, eine Familie, ein Haus.“ – „Tja, dann wäre ich nicht besser als du! Ein Handlanger, der der Macht dient.“ – „Ich weiß, dass nicht alles ideal läuft. Aber könntest du mir ein besseres System zeigen?“ – „Und weil du lieber einen dicken Bauch bekommen willst, machst du jetzt einfach mit.“ – „Wenn es nur solche Leute, wie dich, geben würde, wäre die Menschheit schon ausgestorben.“ – „Naja, dann müssten sich die Mächtigen neue Untertanen suchen. Aber sie würden wahrscheinlich die untersten unter sich erniedrigen. Zum Beispiel solche Leute, wie dich. Siehst du, deshalb sind sie eigentlich von uns abhängig und nicht wir von ihnen. Wer würde denn sonst die Drecksarbeit für sie tun und dazu auch noch Steuern bezahlen, um ihr System aufrechtzuerhalten?“ – „Aber irgendeine Ordnung muss es ja geben, sonst würde doch jeder tun und lassen, was ihm gefällt.“ – „Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder einer macht sich zum Führer und befiehlt, was Recht und Gesetz ist, oder alle beginnen, darüber nachzudenken und finden eine gemeinsame Lösung.“ – „Demokratie? Das funktioniert doch nicht. Der Mensch wird niemals für das Gemeinwohl leben.“ – „Und deshalb ist es dann besser, wenn nur einer alle anderen terrorisiert, oder eine kleine Gruppe bestimmt, was passieren soll? Sollten nicht lieber alle unterrichtet werden und erkennen, was richtig ist?“ – „Du bist ein Träumer!“ – „Möglich! Die Menschheit geht aber in diese Richtung. Zuerst regierte nur der Pharao und Leute, wie du, ließen sich mit ihm begraben. Heute haben wir schon Parlamente.“ – „Die heutige ist eine gottlose Welt.“ – „Früher spielte einer den Gott. Aber sage mir, warum du so an die jetzige Macht glaubst?“ – „Sie macht unser Land wieder groß. Es gab eine Zeit, als mutige Kämpfer für ihr Land, ihren König und Glauben starben. Was wir heute sehen, sind alles nur egoistische Individualisten.“ – „Weißt du, wie es damals den einfachen Leuten ging? Damit so ein Führer den Ruhm in die ganze Welt verbreiten konnte, mussten viele leiden, hungern und sterben.“ – „Wer interessiert sich denn schon für den kleinen Mann?“ – „Ist nicht der kleine genauso gut oder schlecht, wie der große?“ – „Und deshalb macht ihr dann ab und zu einmal eine Revolution, bei der tausende ums Leben kommen und die ganze Ordnung über den Haufen geworfen wird.“ – „Wie viele müssen sterben, um diese Ordnung aufrechtzuerhalten? Und dann gibt es natürlich immer Handlanger, wie dich, denen ein paar Krümel hingeworfen werden, damit sie ihre Köpfe für die großen hinhalten. Oder möchtest du vielleicht behaupten, dass du mehr als ein paar Krümel bekommst?“ – „Es kommt darauf an, was du Krümel nennst. Ich führe ein normales Leben.“ – „Und wie sieht es mit deinem Gewissen aus? Hast du dir manchmal darüber Gedanken gemacht, dass du als Handlanger nicht denken, sondern nur Befehle ausführen sollst? Du musst nämlich wissen, dass Denken für die Ordnung schädlich ist!“ – „Du wirst mich nicht überzeugen! Bei euch gibt es nur Chaos, da würde überhaupt nichts funktionieren!“ – „Wusstest du, dass Ordnungshüter zur Zeit der Römer Sklaven waren. Kein stolzer Bürger hätte sich damals hingegeben, anderen nachzuspionieren.“

 

 

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Donnerstag, 13. Mai 2021

 

Märchen  106 Die schöne Frau und der kleine Hund

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Die schöne Frau und der kleine Hund

 

In alten französischen Filmen erscheint oft eine hübsche Frau, natürlich nicht so leicht bedeckt wie heute, sondern in einem teuren, bis zum Boden reichenden Kleid in leuchtenden Farben mit Rüschen, Maschen und anderen Falten, einem großen Hut mit Federn oder Blumen bestückt. Die Szene beginnt meist in der Garderobe der Frau. Ein Gentleman in elegantem Anzug sitzt in einem bequemen Sessel und bespricht mit der hinter einem Paravan sitzenden Frau die letzte oder nächste Opernaufführung, oder besser, welche Besucher besonders spektakulär waren, oder welche Konkubine (Weltdame, eigentlich eine ausgehaltene Frau) gerade von welchem reichen, jungen Aristokraten ausgehalten wurde. Bei jedem Einfädeln der Schnur in das Korsett und dem Zusammenziehen durch eine Kammerdienerin bleibt der Schönen einen Moment lang die Luft weg, wodurch auch der Gentleman zu Wort kommt. Währenddessen schminkt sie ihr Gesicht, wenn sie nicht zufällig auch dafür noch eine Kammerdienerin hat. Ein Bild aus dem Rokoko: „Die Toilette der Venus“. Am Ende der Prozedur setzt sie noch ihren großen Hut auf, unter dem ihr Kopf zu verschwinden scheint, der Sonnenschirm wird ihr gereicht und natürlich, wie hätte ich das fast vergessen können, der Hund.

Ein blutrünstiges Tier in Schoßhundgröße. Ein blaues Schleifchen in seinem Kopfhaarschopf zeigt an, dass es sich hier um ein Männchen handelt, ein rosarotes ein Weibchen. Dieser unangenehme Geselle bellt nicht, er kläfft mit einer ziemlich hohen, schneidenden Stimme und macht sich dadurch aufmerksam und Platz. Sein Name ist, wie könnte es anders sein, natürlich „Fou-Fou“ (Verückt-Verückt). Und dieser Giftzwerg hat noch eine andere Funktion, er ist eifersüchtig und reagiert äußerst aggressiv auf alles, was einem erwachsenen Mann gleicht. Wenn also eine Frau jetzt einen kennenlernen will, gibt sie ihren Aufpasser an eine Kammerdienerin oder Freundin weiter.

Er wird gebadet und gepudert, geht zum Friseur, für ihn wird gekocht und er wird gepflegt, wenn er krank ist. Wie gut, dass er nicht sprechen kann. Was würde er wohl erzählen? Vielleicht viel Blödsinn oder viel Interessantes?

Die Zeiten und Kleider haben sich geändert, aber der Schoßhund ist der gleiche geblieben.

 

 

Fahr mit Märchen 107 fort!

 

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tale 106 the beautiful woman and her little dog

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The beautiful woman and her little dog

 

In old French films, a pretty woman often appears, of course not as lightly covered as it is today, but in an expensive dress in bright colours with ruffles, meshes and other ribbons that reaches to the floor and a large hat decorated with feathers or flowers. The scene usually begins in the woman's dressing room. A gentleman in an elegant suit sits in a comfortable armchair and discusses with the woman sitting behind a paravan the last or next opera performance or better, which visitors were particularly spectacular, or which concubine (lady of the world) is just financed by which young aristocrat. Every time the cord is threaded into the corset and tightened by her maid, the beautiful woman is breathless for a moment, which gives the gentleman the opportunity to also say something. Meanwhile, she puts make-up on her face, unless she happens to have second maid for that too. A picture from the Rococo: “The toilet of Venus”. At the end of the procedure she puts on her big hat, under which her head seems to disappear, the parasol is handed to her and of course, how could I have almost forgotten that, the dog.

A bloodthirsty animal the size of a lap dog. A blue ribbon in his hair of the head indicates that this is a male, a pinkish red ribbon for a female. This unpleasant fellow does not bark, he yaps in a rather high-pitched, cutting voice and thereby draws attention and gains space. His name, of course, is “Fou-Fou” (crazy-crazy). And this angry dwarf has another function, he is jealous and reacts extremely aggressively to everything that resembles a grown-up man. Therefore, if the woman wants to make the acquaintance of a man, she passes her guardian to her maid or some girlfriend.

He is bathed and powdered, goes to the hairdresser, they cook for him and he is cared for when he is sick. How good that he can't speak. What would he say? Maybe a lot of nonsense or a lot of interesting stories?

Times and clothes have changed, but the lap dog has remained the same.

 

 

Continue with tale 107!

 

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Dienstag, 11. Mai 2021

 

Märchen 105 Liebe in alter Mode

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Liebe in alter Mode

 

Noch schnell ins Blumengeschäft, eine rote Rose. In seinen Ohren klang ihm das Lied von Heino „Schenk ihr eine rote Rose“. Er war ein bisschen aufgeregt, hatte er sie doch nicht, wie seiner Zeiten, am Arbeitsplatz, auf einer Hochzeit oder durch ein Heiratsinstitut kennengelernt. Diese Firmen waren alle bankrottgegangen, als das Internet kam und die neuen nannten sich nur „Partnersuche“. Dort gab es keine hübsche Beraterin, die einem Tipps zuflüsterte, was man schreiben sollte, um im besten Licht zu erscheinen. Jetzt musste man selbst nachdenken. Dann wurden zehntausend elektronische Nachrichten ausgetauscht, sogenannte E-Mails. Hier lernte er schreiben, wie Cyrano de Bergerac, wusste eigentlich schon alles über sie, hatte auch tausend Mal gelogen. Tja! Wie überredet „Mann“ „Frau“? Das kostete Nerven, Zeit, Energie. Sie hatte zwar ein Foto geschickt, aber das war natürlich keine Garantie, wahrscheinlich genauso aufgearbeitet, wie sein eigenes.

Es war Winter und die Rosen im Geschäft kamen mit dem Flugzeug aus Afrika, die waren noch immer billiger, als sie hier im Glashaus zu züchten. Auch er hatte schon ein paar Mal seinen Arbeitsplatz wechseln müssen, weil in Entwicklungsländern billiger gearbeitet wurde, oder ein Einwanderer für einen niedrigeren Lohn bereit war, die Aufgaben zu übernehmen. Diese globale Welt gefiel ihm nicht. Jetzt war er fünfzig und musste sich ständig weiterbilden. Jeden Abend saß er nach der Arbeit zu Hause und lernte Englisch oder etwas Neues auf seinem Fachgebiet. Warum musste er eine andere Sprache lernen? War nicht die Deutsche die schönste, ausdrucksreichste und schwerste auf der Welt?

Er wählte eine schöne, große Rose mit einem langen Stiel. Noch schnell eine Zigarette und dann ein Kaugummi. Zu seiner Jugend war das Rauchen noch männlich. Marlboro-Werbung: Ein Cowboy auf seinem Pferd und vor ihm die weite Prairie. Zehn Minuten vor der verabredeten Zeit traf er dort ein. Er hatte gedacht, dass der von ihr vorgeschlagene Platz ein ruhiger Ort sei, aber hier standen schon einige Leute. Zerrissene Jeans, Mädchen fast im Bikini, ein farbiges Durcheinander. Doch eines hatten sie alle gemein, sie waren jünger als er und in ihren Händen trugen sie ein Handy, entweder um etwas zu lesen, oder um etwas zu schreiben oder spielen. Er zog seinen Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung heraus, den er noch hatte lesen wollen.

Aber warum hatte er ihn eigentlich aus der Tasche gezogen? Er wusste genau, dass er sich jetzt nicht darauf konzentrieren konnte. Vielleicht, um nicht zu sehr den Eindruck zu erwecken, dass er doch auf sie wartete. Ein Blick auf seine teure Armbanduhr verriet ihm, es war noch nicht so weit. Er hielt die Rose fest und fühlte die Dornen. Warum musste so ein schönes Ding so stachelig sein? Wer leidet wohl mehr, die Rose, die ihre Anbeter durch die Dornen fernhält, oder die Anbeter, die sich daran stechen? Wahrscheinlich beide gleich viel, nur anders.

Jetzt bemerkte er auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes eine Person, die der glich, auf die er wartete. Das musste sie sein, weil die besprochenen Kennzeichen, in seiner Hand Rose und Zeitung, in ihrer Hut, darauf hindeuteten. Sie war ziemlich pünktlich, nur drei Minuten zu spät, das war nichts. Eine ihrer positiven Eigenschaften, oder nur die Wichtigkeit des Treffens? Es würde sich herausstellen. Er gab ihr noch keinen Kuss auf den Mund, sondern nur einen auf die linke und rechte Backe, dabei legte er die Hand leicht um ihre Hüfte und zog sie zärtlich näher. Sie wehrte nicht ab, ließ sich führen. Dann überreichte er die Rose. Das Papier um den Stil war ein bisschen gerötet, deshalb nahm sie schnell zwei Taschentücher hervor, eines für die Rose und mit dem anderen behandelte sie seine Hand.

Die ersten Worte waren gewechselt, die ersten Berührungen ausgetauscht, besser hätte es nicht laufen können. Als Programmpunkt für den Abend hatte er eigentlich an ein Konzert oder Theaterstück gedacht, doch dies hatte sie abgelehnt, weil sie meinte, dass es später noch viele Gelegenheiten geben würde, an denen man sich weniger zu sagen hätte und erst wieder neue, gemeinsame Erlebnisse sammeln müsse. Er führte sie also auf ihren Wunsch in eine kleine, gemütliche Gastwirtschaft. Es war auch nicht so teuer, weil sie als moderne Frau darauf bestanden hatte, die Hälfte der Rechnung zu begleichen. Zudem war es offensichtlich, ihren Arbeitsplatz beurteilend, dass sie mehr als er verdiente. Der Kellner kam, brachte die Speisekarte und wand sich ihr zu. Ein leichter, trockener Weißwein. Er stimmte zu. Natürlich trat hier sofort das nächste Problem auf: Was sollte er dazu essen? Sie bestellte Fisch mit Reis und Gurkensalat, er nickte nur. An diesen Kulturschock musste er sich erst gewöhnen. Kein Bier, kein Schnitzel mit Pommes, kein Schnaps danach, und vor allem keine Zigaretten. Was für eine Welt!

Sie verstand auch nichts vom Fußball, sah sich lieber Tennis an, nahm drei Mal in der Woche an einer Aerobic-Stunde teil. Ein bisschen moderne Malerei und Esoterik, Mozarts Don Giovanni im Porsche mit Donna Elvira im Bikini, „Sauls Sohn“ musste man gesehen haben, sie war „up to date“. Er würde sich in diese Richtung weiterbilden müssen und seine Halbkultur durch eine andere ergänzen. Sie merkte, dass er nicht zur gleichen Gesellschaftsschicht gehörte, nicht die gleichen Kreise frequentierte. Jede Zeit hatte seine eigenen Symbole. Zur Zeit seiner Mutter waren es Moped, Elvis und Miniröcke gewesen. Die Frau, die jetzt vor ihm saß, wäre in fünfzig Jahren ein Clown. Nur der Fußball und Bier schienen ihm ewig.

Nach dem Abendessen ein Spaziergang durch den Park um den kleinen, künstlichen See, besser als am Flussufer entlang, weil es hier wenigstens nicht so viele Stechmücken gab. Die leichte Jacke trug sie über die Tasche gehängt, so dass die Schultern und die Haut über den Busen freilagen. Das dünne Kleidchen lag eng an. Die Schultermuskulatur schon ein bisschen eingefallen, um die Hüfte nur ein paar Kilo zu viel, der Hintern mehr platt und die Haut porig, aber für ihr Alter noch ganz in Ordnung. Das passte zu seiner flachen Brust, dem kleinen Bierbauch und den dünnen Armen. Sie gefielen sich.

Warum brauchten sie einander? Vielleicht mehr, um das Wochenende und den Urlaub nicht allein verbringen zu müssen. Sie besprachen noch das nächste Treffen. Spät brachte er sie zu ihrem Auto und ging zu Fuß nach Hause.

 

 

Fahr mit Märchen 106 fort!

 

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tale 105 love old fashioned

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Love old fashioned

 

Quickly to the flower shop, a red rose. Elvis Presley's song "Give her a red rose" rang in his ears. He was a little excited because he hadn't met her, as he had done before, at work, at a wedding or via a marriage institute. These companies had all gone bankrupt when the internet came along and the new ones just called themselves “dating-agency”. There wasn't a pretty, female consultant there who whispered tips on what to write in order to appear in the best light. Now one had to think for oneself. Then ten thousand electronic messages, called e-mails, were exchanged. Here he learned to write like Cyrano de Bergerac, actually already knew everything about her, and had lied a thousand times. Well! How does “man” persuade “woman”? That cost nerves, time and energy. She had sent a photo, but of course, that wasn't a guarantee, probably improved in the same way as his own.

It was winter and the roses in the shop came by plane from Africa, they were still cheaper than growing them here in the glasshouse. He, too, had had to switch jobs a few times because it was cheaper to have work done in developing countries, or because an immigrant was willing to take on the job for a lower wage. He didn't like this global world. Now he was fifty and had to keep studying. Every evening he sat at home after work and studied English or something new for his profession. Why did he have to learn another language? Wasn't German the most beautiful, expressive and difficult in the world?

He chose a nice, big rose with a long stalk. Another quick cigarette and then some chewing gum. In his youth, smoking was still male. Marlboro advertisement: A cowboy on his horse and the wide prairie in front of him. He arrived there ten minutes before the appointed time. He had thought that the place she suggested was a quiet place, but some people were already standing here. Ripped jeans, girls almost in bikini, a diversity of colours. However, they all had one thing in common, they were younger than he was and they carried a smart phone in their hands, either to read something, or to write something or to play. He pulled his article from the Spiegel, which he had wanted to read.

But why had he actually pulled it out of his pocket? He knew very well that he couldn't concentrate on it now. Maybe so as not to give the impression that he was waiting for her after all. A glance at his expensive watch told him it wasn't that far. He held the rose and felt the thorns. Why did such a beautiful thing have to be so prickly? Who is suffering more, the rose that keeps its worshipers away with its thorns, or the worshipers who prick themselves on it? Probably both the same, just differently.

Now he noticed a person on the opposite side of the square who looked like the one he was waiting for. It had to be her because the agreed marks, rose and newspaper in his hand, and a hat in hers, indicated it. She was pretty on time, only three minutes late, that was nothing. One of her positive qualities, or just the importance of the meeting? It would turn out. He didn't give her a kiss on the lips yet, only one on the left and right cheek, while he put his hand lightly around her waist and tenderly pulled her closer. She didn't fend off, let herself be guided. Then he presented the rose. The paper around the stalk was a little reddened, so she quickly took out two handkerchiefs, one for the rose and the other for his hand.

The first words and touches had been exchanged, it couldn't have gone any better. As part of the program for the evening, he had actually thought of a concert or the theatre, but she had declined because she said that there would be many opportunities later on when they would have less to say to each other and needed to share new experiences. Therefore, at her request he took her to a small, cosy inn. It wasn't that expensive either because as a modern woman, she had insisted on paying half the bill. It was also evident, judging her job that she earned more than he did. The waiter came, brought the menu, and turned to her. A light, dry white wine. He agreed. Of course, immediately the next problem arose: what should he have with it? She ordered fish with rice and cucumber salad, he just nodded. He had to get used to this cultural shock. No beer, no roast beef with fried potatoes, no whiskey afterwards, and above all no cigarettes. What a world!

She didn't understand anything about baseball either, preferred to watch tennis, and took part in aerobics classes three times a week. A bit of modern painting and esotericism, Mozart's Don Giovanni in a Porsche with Donna Elvira in a bikini, “Saul's son” had to be seen, she was “up to date”. He would have to continue his education in this direction and supplement his half-culture with another. She noticed that he did not belong to the same social class, did not frequent the same circles. Each period of time had its own symbols. In his mother's time, it had been a moped, Elvis, and miniskirts. The woman sitting before him would be a clown in fifty years. Only baseball and beer seemed to last forever.

After dinner a walk through the park around the small, artificial lake, better than along the river bank, because at least there weren't that many mosquitos here. She wore the light jacket slung over her handbag so that the shoulders and the skin over the bosom were exposed. The thin dress was tight. The shoulder muscles had sagged a bit, around the hips only a few pounds too much, the behind more flat and the skin porous, but still okay for her age. That matched his flat chest, small beer belly, and thin arms. They liked each other.

Why did they need each other? Maybe more so that one doesn't have to spend the weekend and vacation alone. They agreed on the next meeting. He later took her to her car and walked home.

 

 

Continue with tale 106!

 

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Freitag, 7. Mai 2021

 

Märchen 104 Selbstbetrug

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Selbstbetrug

 

Als er da vor mir saß und erzählte, funkelten seine traurigen Augen:

Mit zwanzig probierte ich es zum ersten Mal aus, weil ich märchenhafte Geschichten darüber gehört hatte. Stell dir vor eine ganze Nacht mit einem hübschen Mädchen! Am nächsten Morgen konnte sie kaum normal laufen. Es ist richtig, dass ich nur drei Mal kam, aber anscheinend gefiel ihr, dass sie mich die ganze Nacht in sich fühlte. Es ist wie eine Droge, es macht psychisch abhängig. Wer möchte nicht jeden Tag dieses Gefühl haben? Der Hormonausschuss, den man dabei fühlt, geht durch den ganzen Körper. Ja, ein Orgasmus ist einfach großartig, oder nicht?

Ich konnte nur nicken.

Er fuhr fort:

Ich probierte auch andere Mittel aus, gerade was erhältlich war, oder ich mir eben leisten konnte. Dieser Spaß ist nämlich nicht ganz billig. Eigentlich funktionierte auch das Training nicht so schlecht. Damals spielte ich Fußball und Wasserball, war sportlich gebaut. Dann stieg ich auf Body-Building um. Das passt so zusammen, ein schöner Mann, der immer kann, das ist der Traum jeder Frau! Aber das weibliche Geschlecht lässt sich nicht immer nur durch einen schönen Körper überzeugen. Ein gepflegtes Aussehen, modische Kleidung, ein teures Auto, ein gutes Restaurant oder Opernabend, eine gute Wohnung gehören dazu. Es ist erstaunlich, wie viele Frauen nicht nur über Kleidermarken, sondern auch Automarken und ihre technischen Daten, Wohnungen und Architektur wissen. All dies ist noch kostspieliger als die sexuellen Hilfsmittel. Aber woher soll man die Mittel nehmen, wenn man sie nicht stehlen will? Also fing ich an, Geldgeschäfte anzubieten. Der versprochene Zinssatz lag meist drei bis vier Prozent höher als der bei Banken. Man reichte mich von Hand zu Hand. Jede Krise in der Wirtschaft, jeder Bankrott einer Firma, Ausbruch eines Krieges oder Schwankung auf der Börse half mir, zu erklären, warum ich nicht nur die Zinsen, sondern auch das Grundkapital nicht zurückzahlen konnte. Aber mein Wagemut, der anscheinende Erfolg und Stil meines Lebens bewegte die Leute, mir immer neues Geld zu überantworten. In meinem Leben sahen sie alle ihr Ideal, reich, sportlich und viele Frauen. Die Vorstellung über einen ganzen Mann. Aber auch ich selbst könnte mir kein besseres oder anderes Leben denken. Was wäre ich denn ohne all das?

Jetzt machte er eine kleine Pause, schien niedergeschlagen und müde. Irgendetwas bedrückte ihn.

Ja, heute geht es nicht mehr. Nach dreißig Jahren wirken diese Mittel nicht mehr. Aber es gibt eine Möglichkeit!

Er hielt kurz inne und seine Augen funkelten wieder. Er hob die Hand, wobei er den Zeigefinger ausstreckte, als ob er sagen wollte: „Achtung!“ Laut brach es aus ihm heraus:

Ein Implantat! Und zwar kein einfaches! Die Zusammenarbeit von Medizin und Technik macht es heute möglich, in den Unterkörper eines Mannes ein solches Ding einzubauen, das auf Knopfdruck das Geschlechtsteil aufpumpt. Stell dir vor, du hast das Mädchen ausgezogen, sie ist unten nass geworden, du drückst auf den Knopf, er steht und es kann losgehen, wie auf Befehl! Wann und wo du willst!

Er machte eine bedeutungsvolle Pause, um zu sehen, welchen Eindruck das alles auf mich gemacht habe. Oder vielleicht sah er auch durch mich hindurch, weil er unbekümmert in sich hineinstrahlte.

Die ganze Nacht kannst du, sie wird denken, dass du ein Supermann bist. Natürlich kannst du selbst nicht einen Orgasmus nach dem anderen haben, aber du kannst sie beglücken.

Und hier hätte ich eigentlich die Frage stellen müssen: Gut, du kannst sie beglücken. Aber was macht eine Frau wirklich glücklich? Ich selbst hätte die Frage wahrscheinlich nur unzulänglich und unvollständig beantworten können.

Es liegt nahe, dass für Frauen besonders in späteren Jahren nicht unbedingt die Leistung eines Mannes im Bett das wichtigste ist. Wenn sie dann so einen Supermann halten wollten, der davon überzeugt ist, dass der Sex unheimlich wichtig ist, müssten sie ihn jedes Mal mit einem vorgespielten Stöhnen betrügen, wobei auch er sie betrügen würde, weil er selbst eigentlich kaum mehr einen richtigen Orgasmus hat.

 

 

Fahr mit Märchen 105 fort!

 

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tale 104 self-deception

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Self-deception

 

While he sat in front of me and told his story, his sad eyes sparkled:

I tried it for the first time when I was twenty after hearing fairy-tale stories about it. Imagine spending a whole night with a pretty girl! The next morning she could hardly walk normally. It is true that I only came three times, but apparently she liked feeling me ​​inside her all night. It's like a drug, it's psychologically addictive. Who doesn't want to have this feeling every day? The hormonal overwhelming you feel goes through your whole body. Yes, an orgasm is just great, isn't it?

I could only nod.

He continued:

I also tried other drugs, just what was available or what I could afford. This kind of fun is not cheap. Actually, the training didn't work too badly either. At that time, I played soccer and water polo, I was athletic. Then I switched to bodybuilding. It all fits together, a handsome man, who is always able, that's every woman's dream! However, women cannot always be won over by handsome bodies. A well-groomed appearance, fashionable clothes, an expensive car, a good restaurant or an evening at the opera, a good apartment are all part of it. It is amazing how many women know not only about clothing brands, but also about car brands and their technical data, buildings and architecture. All these are even more expensive than the sexual enhancing drugs. But where do you get the funds for it if you don't want to steal? Therefore, I started offering money business. The promised interest rate was usually three to four percent higher than that of banks. I was passed from hand to hand. Every crisis in the economy, every bankruptcy of a company, outbreak of war or fluctuation in the stock market helped me to explain why I could not only repay the interest but also the capital stock. But my daring, the apparent success and style of my life moved people to always hand me new money. In my life, they all saw their ideal, rich, athletic and many women. The image of ​​a real man. However, even I myself could not think of a better or different life. What would I be without all of that?

Now he paused a little, seemed dejected and tired. Something was bothering him.

Yes, it is no longer possible today. After thirty years, these drugs no longer work. But there is a possibility!

He paused for a moment and his eyes sparkled again. He raised his hand and stuck out his forefinger as if to say: "Attention!" He burst out loud:

An implant! And not a simple one! The combination of medicine and technology makes it possible today to implant such a thing into the bladder of a man that inflates the genitals at the push of a button. Imagine you've undressed the girl, her pussy got wet, you press the button, your dick stands and you can start, as if on command! Whenever and wherever you want!

He paused meaningfully to see what impression it had made on me. Or maybe he was looking right through me because he was beaming to himself.

All night you are able, she will think that you are a superman. Of course, you can't have one orgasm after another yourself, but you can please her.

And here I should actually have asked the question: Well, you can make her happy. But what really makes a woman happy? I myself could probably only have answered the question inadequately and incompletely.

There is reason to believe that for women, especially in later years, a man's performance in bed is not necessarily the most important. If she wanted to hold such a superman who is convinced that sex is incredibly important, she would have to cheat him every time with a feigned moan, whereby he would cheat on her too, because he actually hardly has a real orgasm anymore himself.

 

 

Continue with tale 105!

 

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